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Palm bastelt an Betriebssystem auf Linux-Basis

In osterreich on April 11, 2007 at 3:23 pm

PALM BASTELT AN BETRIEBSSYSTEM AUF LINUX-BASIS
VOLLE KOMPATIBILITäT MIT PROGRAMMEN DES \"ALTEN\" PALMOS

Palm-Hardware soll sowohl Windows Mobile als auch das neue
Linux-PalmOS unterstützen

New York (pte/11.04.2007/13:30) – Der Smartphone- und
PDA-Hersteller Palm http://euro.palm.com/de%5B2%5D hat angekündigt, ein
Linux-basiertes Betriebssystem zu entwickeln und es künftig auf den
eigenen Geräten einzusetzen. Durch die Verwendung der
Open-Source-Software könne man wettbewerbsfähiger bleiben, so die
Begründung. "Wir werden noch vor Jahresende Palm OS auf Linux
haben", kündigte Palm-CEO Ed Colligan auf einer Analystenkonferenz
in New York an. Im Laufe des Jahres sollen sowohl Geräte auf Basis
von PalmOS 5 als auch auf Basis des neuen Linux-Systems auf den Markt
kommen, heißt es auf Nachfrage von pressetext.

Palm verwendete bisher das Betriebssystem PalmOS. Mittlerweile liegen
die Rechte an diesem Betriebessystem jedoch nicht mehr in der eigenen
Hand, sondern bei Access http://www.access.co.jp%5B3%5D , einem
japanischen Anbieter von mobilem Content und Lösungen für den
mobilen Internetzugang. Dieser hat im Herbst 2005 den
PalmOS-Entwickler PalmSource http://www.palmsource.com%5B4%5D für 324
Mio. Dollar übernommen (pressetext berichtet:
http://www.pte.at/pte.mc?pte=050909021[5] ). Die Verwendung des
Systems durch Palm ist über ein Lizenzabkommen im Wert von 44 Mio.
Dollar geregelt. Mittlerweile kam Kritik auf, dass die Entwicklung
von PalmOS zum Stillstand gekommen sei.

Im vergangenen Jahr brachte Palm erstmals zwei Modelle der Treo-Reihe
mit Microsofts Windows Mobile auf den Markt. Man habe jedoch auch seit
Jahren in den Entwicklerlabors mit Linux gearbeitet, so der Palm-Chef.
Daraus entstand die neue Software-Plattform, auf der PalmOS-Programme
weiterhin lauffähig sein sollen. Die Entwicklungsarbeit des
Unternehmens wurde ebenfalls modifiziert, hieß es. Künftig werden
Hardwareplattformen konstruiert, auf denen sowohl PalmOS als auch
Windows Mobile laufen soll. Damit wird die Markteinführung neuer
Produkte beschleunigt, wodurch Palm mehr Geräte als bisher auf den
Markt bringen kann.

Zu den Features des neuen Betriebssystems zählen unter anderem die
volle Kompatibilität zum alten Palm OS, gleichzeitiges Telefonieren
und Surfen sowie vollständiges Multitasking. Als Webbrowser dürfte
Opera zum Einsatz kommen – kürzlich wurde eine Partnerschaft
zwischen den beiden Unternehmen angekündigt. Colligan verkündete
zudem, dass Palm das Programm Chattermail gekauft habe. Das
Mailprogramm informiert auf dem Treo in Echtzeit über eingehende
E-Mails.

Analysten reagieren auf die Ankündigung Palms vorerst
zurückhaltend. Gartner-Analyst Todd Kort erklärt: "Es ist schwierig
vorauszusehen, ob die neue Plattform von den Kunden angenommen werde.
Es ist in jedem Fall wichtig, das 'Look and Feel' vom Palm OS
beizubehalten." Gegenwärtig sei Linux als Smartphone-Plattform
vorwiegend in asiatischen Ländern wie Japan und China verbreitet.
Neueste Prognosen sagen jedoch voraus, dass der Anteil von
Linux-basierten Handys in den kommenden Jahren deutlich zunehmen
wird.

Für Access stellt diese Entscheidung eine Niederlage dar, entwickelt
man doch bereits den PalmOS-Nachfolger ALP (Access Linux Plattform).
Derzeit ist Palm der wichtigste Lizenznehmer für PalmOS. Da das
kalifornische Unternehmen nun abspringt, dürften sich die Japaner
schwer tun, Abnehmer für ihr neues Betriebssystem zu finden.

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