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Mobile TV: Optimismus und Skepsis wechseln sich ab

In osterreich on April 17, 2007 at 1:07 pm

Die Verzögerung der
Markteinführung von Mobile-TV im DVB-H-Standard um mehr als ein Jahr
zerstört bei den Marktforschern von Goldmedia nicht den Optimismus
über den zukünftigen Erfolg von Mobile TV. Die von Goldmedia
http://www.goldmedia.de%5B2%5D mit Unterstützung von NBC Universal
Global Networks http://nbcuni.com%5B3%5D durchgeführte Studie "Mobile TV
2012" geht weiterhin von der hohen Attraktivität eines mobilen
TV-Angebotes in Deutschland aus. Die Goldmedia-Prognose schätzt,
dass bei einem Marktstart Mitte 2008 innerhalb von vier Jahren 8,7
Mio. Nutzer erreicht werden können. Die vergangene Woche
veröffentlichten Erhebungen des Marktforschers TNS Infratest zur
Nutzung mobiler Inhalte ergeben hingegen ein weniger optimistisches
Bild über den Erfolg von Mobile TV

"Die Attraktivität des Dienstes wird erst tatsächlich messbar
werden, wenn das kommerzielle Produkt auch Markt verfügbar ist.
Derzeit gibt es in Deutschland kein Angebot, das die Nutzer
ausprobieren könnten", betont Michael Schmid, Goldmedia-Berater und
Studienautor, im Gespräch mit pressetext. Feldversuche würden
zeigen, dass Testnutzer von Mobile TV eine hohe Nutzerakzeptanz und
Zahlungsbereitschaft aufweisen, so die Studie. Die Basis der
Goldmedia-Studie sind Erfahrungen kommerzieller internationaler
Anbieter sowie Realversuche im In- und Ausland. Dlugosch betont, dass
insbesondere unübersichtliche Preismodelle die Konsumenten von der
Nutzung mobiler Inhalte abhalten würden. "Eine Flatrate wäre
nutzungsbezogenen Preismodellen vorzuziehen, denn diese sorgen beim
Konsumenten für Unsicherheit", sagt sie gegenüber pressetext.

Dem mobilen Fernsehen auf Basis von DVB-H stellen sich darüber
hinaus noch andere Hürden in den Weg. Die Studie nennt zunächst das
komplizierte Ausschreibungsverfahren für DVB-H, das die
Marktentwicklung verzögert. Dabei erschwert die doppelte Vergabe der
Frequenzen den Prozess. Die Frequenzen durch werden einmal durch die
Bundesnetzagentur an den Sendernetzbetreiber vergeben und ein
weiteres Mal durch die Landesmedienanstalten an Inhalteanbieter. Als
problematisch erweist sich auch das derzeitige Medienrecht. Für die
Übertragungskapazitäten können sich neben öffentlich-rechtlichem
Rundfunk auch alle anderen Inhalteanbieter bewerben, medienrechtlich
dürfen aber nur Programmveranstalter zugelassen werden. Für
Plattformanbieter und Mobilfunknetzbetreiber gibt es keine rechtliche
Basis. Die Herausforderung sei daher, so die Studie, allen Akteuren
einen diskriminierungsfreien Zugang zu ermöglichen, was eine
Änderung des Rundfunkstaatsvertrags erfordern würde.

Goldmedia ist außerdem überzeugt, dass mobiles Fernsehen vor allem
mit einem kostenpflichtigen Geschäftsmodell für den Betreiber der
Plattform
erfolgreich werden kann. "Internationale Erfahrungen zeigen: rein
werbefinanzierte Geschäftsmodelle erhöhen zwar die Nachfrage nach
Mobile TV bei den Endkunden, machen für einen kommerziellen
Betreiber aber höchstens langfristig ökonomisch Sinn", so Schmid.

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