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Dampfreiniger auf dem Prüfstand

In osterreich on Mai 8, 2007 at 10:58 am

DAMPFREINIGER AUF DEM PRÜFSTAND
Schnell und mühelos soll alles damit hygienisch
sauber werden – und dazu noch ganz ohne Chemie: Die Rede ist vom
Dampfreiniger. Schenkt man den Verheißungen der Werbung Glauben, so
handelt es sich beim Dampfreiniger wohl um einen der besten Freunde
im HAUSHALT. Das Testmagazin "Konsument" belegt allerdings das
Gegenteil. Von 11 getesteten Dampfreinigern, darunter Boden-, Hand-
und Stielgeräte, konnte kein einziger in allen Punkten überzeugen.
Lediglich drei Geräte erzielten als beste Note ein
"durchschnittlich". Drei Dampfreiniger konnten darüber hinaus vor den
Testern nicht bestehen und erhielten ein "nicht zufriedenstellend".
Fazit: Auf herkömmliche Weise – mit Putztuch und Allzweckreiniger –
geht es schneller und billiger.

Die Theorie erscheint bestechend und genial: Mittels heißem
Wasserdampf soll angesammelter Schmutz ohne Zuhilfenahme von
Reinigungsmitteln gelöst und danach nur noch mit einem Tuch
weggewischt werden. Keime, Milben und Bakterien werden durch die hohe
Temperatur einfach und problemlos abgetötet. Die Praxis zeigt jedoch
ein anderes Bild. Zahlreiche Oberflächen wie Holz oder Teppichböden
nehmen durch den Dampf Schaden. Bei Elektrogeräten wie dem Herd droht
sogar ein Kurzschluss. Und: Der Dampf ist nur direkt bei der Düse so
heiß, dass er schädliche Organismen zu eliminieren vermag.
Vorausgesetzt, man bedampft jede Stelle minutenlang.

Was also bleibt, sind glatte Flächen wie Böden aus Kunststoff,
Fliesen, Küchenfronten und Arbeitsplatten oder aber auch Badewannen
und WCs. Doch überall hier enttäuschte, mit einigen wenigen Ausnahmen
in Einzelbereichen, die Leistung der Dampfreiniger. Meist blieb ein
schmieriger Film zurück, da das Reinigungstuch auf der Düse den
Schmutz nicht wie vorgesehen aufnahm. Zur mangelnden Putzleistung
kommen die durchaus teuren Anschaffungskosten und die
durchschnittlich höheren Betriebskosten. So verbraucht das Erzeugen
von Dampf mehr Energie als das Erwärmen eines Kübels Wasser. Für
einige Geräte braucht es zudem regelmäßig Entkalkungsmittel.

Bedenklich war aber vor allem der Sicherheitsfaktor der getesteten
Geräte. So besteht hier grundsätzlich eine erhöhte Wahrscheinlichkeit,
sich Brandblasen zu holen, so etwa beim Wechsel des Putztuches, wenn
sich Dampf zwischen Tuch und Düse ansammelt. Wartet man beim
Nachfüllen nicht, bis der Tank abgekühlt ist, so schießt bei einigen
Testkandidaten das Wasser in einer heißen Fontäne heraus.
"Konsument"-Expertin Karin Baumgarten-Doblander: "Drei Geräte waren
sogar so gefährlich, dass sie mit ,nicht zufriedenstellend' beurteilt
wurde und das, obwohl sie sogar mit dem Siegel für ,Geprüfte
Sicherheit' gekennzeichnet waren."

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