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Deutsche dominieren Second Life

In osterreich on Mai 9, 2007 at 1:20 pm

DEUTSCHE DOMINIEREN SECOND LIFE
VIELE UNTERNEHMEN ENTTäUSCHT üBER DAS NEUE WERBEMEDIUM

Die Deutschen sind die größte virtuelle Nation.

In der Parallelwelt Second Life
http://secondlife.com bilden die Deutschen die
bevölkerungsreichste Nation. Zu diesem Ergebnis kommt ComScore, das
heute, Freitag, Zahlen über die aktiven Second-Life-Nutzer
veröffentlicht hat. Demnach waren im März dieses Jahres weltweit
1,3 Mio. Menschen in Second Life aktiv. Das entspricht einer Zunahme
um 46 Prozent im Vergleich zum Januar 2007. Die große Mehrheit der
aktiven Second-Life-Bewohner kommt aus Europa, die 61 Prozent der
Gesamtbevölkerung der Parallelwelt ausmachen. Hingegen stammen nur
16 Prozent aus den USA.

Second Life sei trotz der steigenden Nutzerzahlen nach wie vor ein
medialer Hype, betont Walter Seeböck, Leiter des Zentrums für
praxisorientierte Informatik an der Donau-Universität Krems,
gegenüber pressetext. "Täglich sind zwischen 20.000 bis 35.000
Nutzer in Second Life aktiv. Das ist ja nur ein Bruchteil von den
sechs Mio. registrierten Personen", so Seeböck. Es gäbe viele
Neugierige, die sich einen Avatar zulegen, in Second Life ein Mal
hineinschnuppern und dann nicht mehr wieder kommen, sagt Seeböck
weiter.

Kritische Stimmen weisen darauf hin, dass es in Second Life nur von
Journalisten wimmle, die von ihren Medien beauftragt wurden, über
Second Life zu schreiben und die Parallelwelt auf der Suche nach
berichtenswerten Geschichten durchstreifen. Zum beruflichen
Hintergrund der aktiven Second-Life-Bewohner gibt es allerdings kaum
Studien. "Es sind auf jeden Fall viele Personen aus
Medien-orientierten Berufen in Second Life anzutreffen", bestätigt
Nils Andres, Geschäftsführer der Hamburger Agentur Komjuniti
http://www.komjuniti.com , auf Nachfrage von pressetext. Hoher
Bildungsstand, höheres Einkommen und eine ausgeprägte
Internetaffinität seien die Charakteristika eines typischen
Second-Life-Nutzers, schätzt Andres.

Bei den Unternehmen macht sich mittlerweile nach der anfänglichen
Euphorie Enttäuschung über den angepriesenen neuen Medienkanal
breit. "Die Erwartungen waren bei den Unternehmen – wahrscheinlich
aufgrund des medialen Hypes – sehr hoch", begründet Andres die
Ernüchterung bei einigen Unternehmen, die gehofft haben, mehr aus
ihren Marketing-Bemühungen in Second Life herauszuholen. "Es gibt
aber auch positive Beispiele wie etwa IBM, das sehr zufrieden ist mit
seinen Second-Life-Aktivitäten", unterstreicht der Agenturchef.

Seeböck ist überzeugt, dass Second Life für die Wirtschaft auf
jeden Fall interessant ist. "Teile der aktiven Second-Life-Nutzer
sind über die üblichen Medienkanäle nicht zu erreichen. Das macht
Second Life interessant", sagt Seeböck im pressetext-Gespräch. Er
empfiehlt den Unternehmen Zugang zu den Meinungsbildnern in der
Second-Life-Community zu finden. Er sieht das Problem bei den
Unternehmen, die einen falschen Ansatz für ihren Auftritt in der
Parallelwelt wählen. "Das Angebot muss an das Medium angepasst sein.
Die Botschaften müssten individuell und vor allem authentisch sein",
rät Seeböck.

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