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Softwarepiraten klauen, was gerade gebraucht wird

In osterreich on Mai 21, 2007 at 11:29 am

Die Rate der
Softwarepiraterie in Europa konnte 2006 gesenkt werden. Lediglich
drei Länder mussten einen Anstieg hinnehmen: Deutschland
(Piraterierate: 28 Prozent), Finnland (27 Prozent) und Albanien (77
Prozent). In Österreich stagnierte der Wert auf 26 Prozent. Das geht
aus aktuellen Zahlen der Business Software Alliance
http://www.bsa.org hervor. "Österreich liegt damit im derzeit
weltweit zu beobachtenden Trend", erläutert Georg Herrnleben,
Direktor Zentral- und Osteuropa der BSA, im Gespräch mit pressetext.
"Das Plus von 0,5 Prozent in Deutschland darf ebenfalls nicht
überbewertet werden. Das erste Halbjahr 2006 war noch von einer
wirtschaftlich schlechten Lage gekennzeichnet." Speziell durch
Piraterie geschädigte Bereiche gebe es nicht, denn "geklaut wird,
was gerade benötigt wird", so Herrnleben.

Die weltweite Entwicklung war 2006 von zwei wesentlichen Trends
geprägt. Zum einen vom steigenden Bedarf an Software in den
Wachstumsmärkten und zum anderen von der geringen Senkung der
Piraterie-Rate. Nach Ansicht der BSA habe dies zu einem enormen
Anstieg der Umsatzausfälle für die internationale Softwareindustrie
geführt. Am Beispiel von neuen EU-Mitgliedern zeige sich, welche
Vorteile verbesserter Schutz des geistigen Eigentums von Software
für den IT-Markt eines Landes hat: In Polen und der Tschechischen
Republik sank die Piraterierate, obwohl der Softwaremarkt schneller
wächst als in den westlichen Nachbarländern. Dies führte
einerseits zu einem Anstieg der Schadenssumme, zeigt aber
andererseits, dass der verstärkte Urheberrechtsschutz im Zuge des
EU-Beitritts die Wirtschaft fördert, heißt es in einer
entsprechenden Aussendung.

Die weltweite Piraterierate stagnierte bei 35 Prozent, der
Umsatzausfall für die Softwarehersteller stieg stark an. Er liegt
nun bei 39,6 Mrd. Dollar (2005: 34,5 Mrd. Dollar). Einen großen
Anteil daran trägt die Region Asien/Ozeanien mit 11,6 Mrd. Dollar.
Der Wert raubkopierter Software in Westeuropa sank von 11,8 auf 10,6
Mrd. Dollar. In Osteuropa stieg diese Zahl derweil von 3,2 auf 4,1
Mrd. Dollar an. "Insgesamt beobachten wir aber – mit der Ausnahme von
Russland – eine zunehmende Angleichung der westlichen und zentral-
beziehungsweise osteuropäischen Länder. Das mag zwar auf den ersten
Blick positiv erscheinen, weil die Piraterierate sinkt, die negativen
Auswirkungen für die Softwarebranche werden aber in der Tat
größer, da der Umsatzausfall stark ansteigt", so Herrnleben.

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