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Microsoft fotografiert Erde mit 216-Megapixel-Kamera

In osterreich on Mai 29, 2007 at 3:41 pm

MICROSOFT FOTOGRAFIERT ERDE MIT 216-MEGAPIXEL-KAMERA
VIRTUAL EARTH SCHICKT 3D-GROßSTäDTE GEGEN GOOGLE IN DIE SCHLACHT

Digitale Kamera der Superlative
Graz/Redmond – Microsoft geht mit seiner
Weltkartensoftware Virtual Earth http://maps.live.com in die
Offensive. Bereits Ende Juni 2007 werden 100 Großstädte in einem
fotorealistischen 3D-Modus zu bestaunen sein. Das hat der Konzern
gestern, Dienstag, anlässlich der Eröffnung des neuen
Photogrammetry-Zentrums in Graz mitgeteilt. Für die detailgenaue
Kartierung setzt Microsoft auf eine einzigartige digitale
216-Megapixel-Luftbildkamera, die vom österreichischen
Technologieunternehmen Vexcel http://www.vexcel.com entwickelt
wurde. Die Entwickler des von Microsoft übernommenen Unternehmens
zeichnen auch für die automatisierten 3D-Algorithmen verantwortlich.
Diese machen die kostengünstige 3D-Realisierung ganzer Städte
überhaupt möglich.

"Das Abbilden unserer Welt in virtueller digitaler Form wird den
Umgang der Menschen mit ihrem Computer noch einmal radikal
verändern", erklärt Stephen Lawler, General Manager Virtual Earth,
im Gespräch mit pressetext. Habe man zunächst über Portale wie
Yahoo oder AOL und dann über textbasierte Suchmaschinen nach
Informationen gesucht, ergäben sich durch die multimediale
Vernetzung ganz neue Möglichkeiten, so Lawler. Wie Google und
anderen Anbietern schwebt Microsoft ein virtueller Welt-Stadtplan
vor, der mit Informationen über öffentlich genutzte Gebäude,
Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants, Kinos und anderen Daten
gefüttert wird. Auch Echtzeit-Informationen wie Wetter- oder
Verkehrsbedingungen sollen zukünftig in der virtuellen 3D-Welt
abgebildet und abgerufen werden können.

Microsofts Pläne sehen vor, innerhalb der nächsten fünf Jahre rund
3.000 hochaufgelöste 3D-Städte in das bestehende Kartenmaterial von
Virtual Earth zu integrieren. Den Anfang bilden neben dem
Ursprungsort des Projekts, dem österreichischen Graz, zumeist
US-amerikanische Städte. Schon 2008 sollen aber eine Reihe von
europäischen Städten folgen. Die Eckdaten zum von der Kamera
geschossenen Bildmaterial sind dabei gewaltig. So kann jedes Bild mit
einer Auflösung von 14.430 Pixel mal 9.460 Pixel aufwarten, was 432
Megabyte in Anspruch nimmt. Während einer Mission können bis zu
5.000 Bilder verschossen werden. Beim internen Speicherplatz kann die
UltraCam-X mit vier Terabyte aufwarten.

"Die Luftbildaufnahmen sind aber erst der Anfang", meint Franz
Leberl, der alte und neue Geschäftsführer der nun bei Microsoft
eingegliederten Abteilung, im pressetext-Interview. "So spannend die
Aufnahmen aus der Luft sind, ist es natürlich so, dass wir die Welt
normalerweise nicht von oben wahrnehmen. Vielmehr erfahren wir unsere
Umgebung von den Straßen aus", so Leberl. Unter dem Stichwort 'Human
Scale' sollen Kameras und Sensoren in den kommenden Jahren auch am
Boden eingesetzt werden, um Straßen, Geschäfte, Kirchen und Museen
wie mit dem menschlichen Auge einzufangen. "Dazu brauchen wir eine
Auflösung von bis zu einem halben Zentimeter. Und wie bei den
3D-Luftaufnahmen muss der ganze Digitalisierungsprozess wiederum
automatisiert ablaufen", ist Leberl überzeugt. Als zukünftigen
Einsatzbereich nannte Leberl unter anderem Auto-Navigationssysteme,
Handys oder aber auch Uhren. Den Entwicklern zufolge kann das in den
nächsten Jahren erzeugte 3D-Fundament relativ einfach um
zusätzliches Bildmaterial erweitert werden.

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