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Österreichische Nationalbibliothek kauft Wittgenstein-Briefe

In osterreich on Juni 4, 2007 at 10:55 am

ÖSTERREICHISCHE NATIONALBIBLIOTHEK KAUFT WITTGENSTEIN-BRIEFE

Die Österreichische Nationalbibliothek erwarb aus
Privatbesitz ein umfangreiches Konvolut von Briefen des Philosophen
Ludwig Wittgenstein (1889-1951) an den Architekten und Loos-Schüler
Paul Engelmann (1891-1965). Die 40 Briefe und 13 Postkarten von
Ludwig Wittgenstein an seinen Freund Paul Engelmann sind eine
wichtige Ergänzung für den bedeutenden, bereits vorhandenen
Wittgensteinbestand der Handschriften-, Autographen und
Nachlass-Sammlung. Nach dem Ankauf von Manuskripten und einem
Tagebuch von Ludwig Wittgenstein in den Jahren von 2003 bis 2005 ist
dies die wichtigste Neuerwerbung von Wittgenstein-Autographen. Damit
verfügt die Österreichische Nationalbibliothek nun – neben der Wren
Library im Trinity College in Cambridge – über den bedeutendsten und
umfangreichsten Bestand an Wittgenstein-Autographen.

Paul Engelmann, 1891 in Olmütz geboren, war 1912-14 Schüler,
später Mitarbeiter von Adolf Loos und von dessen kulturpolitischen
Ideen tief geprägt. 1934 emigrierte er nach Tel Aviv, wo er vor allem
als Innenarchitekt, Publizist und Herausgeber tätig war und 1965
verstarb. Kennengelernt hatten sich Wittgenstein und Engelmann
während des ersten Weltkriegs in Olmütz, als Wittgenstein die dortige
Artillerie-schule besuchte. 1926 beauftragte Wittgensteins Schwester
Margarete Engelmann mit dem Bau des Palais Stonborough-Wittgenstein
in der Parkgasse/Kundmanngasse im 3. Wiener Bezirk. Wittgenstein
interessierte sich sehr für das Projekt und dominierte bald Planung
und Ausführung dieses architekturhistorisch revolutionären Hauses.

In Wittgensteins Korrespondenz wie auch in den Gesprächen mit
Engelmann standen häufig moralische, religiöse und literarische
Themen im Zentrum. In einem Brief an Engelmann vom 16. Jänner 1918
findet sich auch der inzwischen legendäre und für Wittgensteins
gesamte Philosophie programmatische Satz: "Nur kein transzendentales
Geschwätz, wenn alles so klar ist wie eine Watschen."

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