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Amnesty warnt vor zunehmender Internetzensur

In osterreich on Juni 8, 2007 at 4:02 pm

AMNESTY WARNT VOR ZUNEHMENDER INTERNETZENSUR
ONLINEWELT KöNNTE SICH GRAVIEREND VERäNDERN

Warnung vor Internetzensur

London – Die Menschenrechtsorganisation
Amnesty International http://www.amnesty.org warnt vor der
rasanten Zunahme an Internetzensur. Wenn nicht aktiv gegen diesen
Trend angekämpft werde, sei die Freiheit im Internet in ernster
Gefahr. Amnestys Warnung kam im Vorfeld einer Konferenz in
Großbritannien, auf der Unterdrückungsopfer ihre Notlage aufzeigen
wollen. Laut Amnesty hat sich mittlerweile der "Virus der
Internet-Repression" von einigen wenigen Ländern auf Dutzende von
Regierungen ausgebreitet. Die Organisation kritisiert auch große
Konzerne wie Google, Microsoft und Yahoo, ausschlaggebend an dem
Problem beteiligt zu sein.

"Internetzensur ist auch ein Thema für uns, es ist aber hierzulande
keines mit oberster Priorität. Zum riesigen Thema wird
Internetzensur allerdings immer dann, wenn es um China geht, weil
dort die Situation wirklich besonders dramatisch ist und mit extrem
harten Strafen gegen Internet-Dissidenten vorgegangen wird",
erläutert Michaela Klement, Sprecherin Amnesty Österreich, im
Gespräch mit pressetext. Im vergangenen Jahr beispielsweise hatte
Yahoo in China dabei mitgeholfen, einen "Cyber-Dissidenten" an die
Behörden auszuliefern. Amnesty hatte dieses Vorgehen aufs Strengste
kritisiert. Unternehmen hätten die Verantwortung, überall dort, wo
sie geschäftlich tätig sind, die Menschenrechte zu respektieren.
Die Vorgehensweise von Yahoo stehe absolut im Widerspruch dazu,
heißt es von der Menschrechtsorganisation.

In China wird zwar das wirtschaftliche Wachstum im Web kräftig
unterstützt, die Meinungsfreiheit sowie die Privatsphäre der Nutzer
werden aber mit Füßen getreten. Gegen derlei Entwicklungen müsse
unbedingt etwas unternommen werden, so Tim Hancock,
Kampagnen-Direktor bei Amnesty International. Immer mehr Regierungen
würden auf den Geschmack kommen, die Menschen über das Internet zu
kontrollieren und große Unternehmen seien dabei die besten Helfer.

Laut aktuellen Studien von Open Net Initiative
http://www.opennetinitiative.org gibt es inzwischen in mindestens
25 Ländern rigorose Filterungs-Aktionen im Netz.
Darunter befinden sich Nationen wie Äthiopien, Indien, Iran, Marokko
und Saudi-Arabien. Ein weiteres Problem sind die Schließungen von
ganzen Webseiten wie im Fall eines ägyptischen Bloggers, der
inhaftiert wurde, weil er den Islam kritisiert hatte. Auf der
aktuellen Konferenz von Amnesty soll nun ein verstärktes Bewusstsein
für solche Missstände geschaffen werden. Unter anderem werden auch
bekannte Branchenvertreter wie der Wikipedia-Gründer Jimmy Wales zu
Wort kommen.

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