osterreich

Gewalt-Videospiele bei Mädchen sehr gefragt

In osterreich on Juli 5, 2007 at 2:35 pm

STRESSABBAU IST HäUFIGER MOTIVATIONSGRUND

GTA auch bei Mädchen beliebt
Computerspiele mit
Gewaltdarstellungen kommen auch bei Mädchen sehr gut an. Entgegen
der weit verbreiteten Meinung, solche Games seien in erster Linie bei
Jungen gefragt, sind diese bei Mädchen ebenfalls beliebt, wie eine
aktuelle Studie des Center for Mental Health and Media
http://www.mentalhealthandmedia.org in Massachusetts belegt.
Befragt wurden mehr als 1.200 zwölf- bis 14-Jährige in den USA. Bei
den Jungs kam Grand Theft Auto (GTA), das mit einer Vielzahl von
Gewaltdarstellungen durchzogen ist, mit Abstand am besten an. Bei den
Mädchen war zwar The Sims das beliebteste Game, Grand Theft Auto lag
aber bereits auf Platz zwei.

"Meiner Erfahrung nach spielen viele Mädchen Counter-Strike. Aber
das tun sie eher, um vor den Burschen als cool zu gelten, denn aus
wirklichem Interesse", meint Verena Vlajo, Profi-Gamerin und
PR-Koordinatorin bei Computerspiel-Publisher Jowood. "Die meisten
Mädchen spielen lieber Adventure- oder
Rollenspiele. Und natürlich Party-Games wie zum Beispiel Singstar.
Mädels, die explizit auf Gewaltspiele stehen, begegnen mir selten",
hält Vlajo der US-Studie entgegen.

Generell nutzen nahezu alle Jugendlichen Computerspiele, nur sechs
Prozent der Befragten hatten innerhalb des vergangenen halben Jahres
überhaupt kein Game gespielt. Die Mehrheit hat regelmäßig Kontakt
mit gewalthaltigen Computerspielen. Zwei Drittel der Jungen und ein
Viertel der Mädchen haben in den vergangenen sechs Monaten ein Game
genutzt, das erst ab 17 Jahren freigegeben ist. Hauptsächliche
Motivation dafür ist der Abbau von Stress und Ärger. Ein Drittel
der Jungen sowie eines von zehn Mädchen spielt regelmäßig, jeden
Tag.

Laut Studie neigen Jugendliche, die Gewalt-Spiele nutzen, auch dazu,
sich an gemeinschaftlichen Computerspielen mit fremden Teilnehmern im
Internet zu beteiligen. Vor allem bei den Jungen drehen sich die
Freundschaften häufig in erster Linie um das Thema Videogames. Für
die Wissenschaftler sind die Ergebnisse der Untersuchung kein
zwingender Anlass zur Sorge. Wenn gewalthaltige Spiele bei
Jugendlichen derart beliebt sind, sollte dies vielmehr dazu anregen,
Jugendschutz und Verbote neu zu überdenken, meinen die Experten.
"Gewalt-Spiele sind so verbreitet und die Jugendkriminalität ist
gesunken. Das bedeutet wohl, dass die meisten Kinder, die diese Games
gelegentlich spielen, eigentlich ganz in Ordnung sind", meint Cheryl
K. Olson, Mitautorin der Studie.

Mit den Ergebnissen wollen die Wissenschaftler dazu beitragen, ein
neues Bewusstsein für Computerspiele mit Gewaltdarstellungen zu
schaffen. Es sei nicht genug, die Games einfach nur zu verdammen.
Vielmehr müsse hinterfragt werden, welche Inhalte für welche Kinder
in welchen Situationen eine schädliche Wirkung haben können. Die
Eltern werden dazu aufgefordert, ihre Verantwortung als
kontrollierende Instanz stärker wahrzunehmen. So sollten Computer
und Konsolen nicht in den Kinderzimmern unbeaufsichtigt platziert und
immer darauf geachtet werden, welche Spiele Freunde und ältere
Geschwister mitbringen.

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