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O’Reilly ortet kollektive Intelligenz im Internet nach Web2.0

In Microsoft, software on August 10, 2007 at 12:52 pm

Die Vision von der künstlichen
Intelligenz wird Wirklichkeit, so Computerbuchverleger und Web
2.0-Pionier Tim O’Reilly . Das
Leben mit dem Internet sei viel weiter als manche ahnungslose Nutzer
meinten. Und es gebe keinen Weg zurück. O’Reilly ist sich allerdings
nicht sicher, ob der nächste große Technologie-Schub mit dem
WorldWideWeb verbunden ist. „Wenn wir über unseren Umgang mit
Computern reden, verbinden wir das immer noch damit, vor einem
Bildschirm zu sitzen und auf einer Tastatur zu tippen. Aber Computer
werden immer mehr in den Hintergrund gedrängt. Die offensichtliche
Veränderung ist zunächst – was ja viele Menschen auch schon
beschrieben haben-, dass auch mobile Endgeräte oder Mobiltelefone
als Plattform dienen. Damit ist auch verbunden, dass Spracherkennung
immer besser wird. Oder dass Fotoapparate mittlerweile mit GPS
ausgestattet sind. Wenn Sie damit ein Foto machen, ist der Ort
automatisch Teil des Fotos und damit Teil der Information, die Sie
zum Beispiel auf eine Web-2.0-Anwendung wie flickr stellen. Und
plötzlich lernt das globale Gehirn etwas, was Sie gar nicht
beabsichtigt haben“, betont O’Reilly.

Microsoft habe eine Software vorgestellt, die Photosynth
http://labs.live.com/photosynth/ heißt. Mit ihr könnten aus
aneinander gereihten Digitalfotos 3-D Modelle entworfen werden. Man
müsse die Fotos nur mit „Tags“ versehen, also markieren, und jemand
anderes nutzt das und führt alles zu einem 3-D Modell zusammen. „Wir
bewegen uns also in Richtung künstlicher Intelligenz. Allerdings ist
immer noch ein Mensch dahinter, der dem Programm sagt, was es tun
soll. Aber das Beispiel zeigt, was mit der Nutzung kollektiver
Intelligenz gemeint ist. Wir geben immer mehr Daten in das globale
Netzwerk ein, und Menschen schreiben Programme, die neue Verbindungen
erstellen. Es ist, als würden die Synapsen des kollektiven Gehirns
wachsen. Ich glaube, wir dürfen Überraschungen erwarten“, meint
O’Reilly.

Die Informationen aus dem Internet werden nach seiner Erkenntnis auf
viele verschiedene Arten zugänglich sein. „Wir denken immer, es gibt
Milliarden Computer da draußen – aber das stimmt nicht. Es gibt
eigentlich nur einen, und darum geht es im Web 2.0. Alles wird mit
allem verbunden. Und was wir heute unter einem Computer verstehen ist
eigentlich nur ein Zugangsgerät zu dem einen weltweiten
elektronischen Gehirn, das wir erschaffen“, sagt O’Reilly.

Webexperten halten die Visionen von O’Reilly für realistisch: „So
wird die Spracherkennung eine Schlüsseltechnologie sein für den
Zugriff auf das vernetzte Weltwissen. Wie häufig hätten wir gerne
im Alltag genaue Informationen zu Sportergebnissen, Telefonnummern
oder Adressen. Unendlich viele Dinge, die wir, wenn wir gerade im
Internet wären sofort ‚er-googlen‘ würden. Da das aber in der
Freizeit und von unterwegs selten der Fall ist und der Zugriff über
das Handy mit Tastatur oder Touchscreen zu mühselig ist, verzichten
wir meistens darauf, unseren Wissenshunger sofort zu stillen.

Spannender werde es noch, wenn man in der nächsten Generation des
Internets, dem SemanticWeb, auf eine gesprochene Frage nicht eine
Flut von Weblinks angezeigt bekommt, sondern das Sprachdialogsystem
gleich die richtige Antwort gibt. „Viele Informationen liegen bereits
strukturiert vor wie Fahrplaninformationen, Telefonnummern,
Sportergebnisse oder bewertete Restaurants und sonstige Adressen. Was
fehlt, ist eine Art Yahoo des ‚Voicewebs‘, über das sich jeder
personalisiert seine gewünschten Angebote zusammenstellen und über
Sprache oder Multimodale Interfaces abfragen kann. Anfänge gab es
auch hier schon in den USA mit Voice-Web-Portalen wie Tellme, einer
Firma, die gerade von Microsoft aufgekauft wurde. Weltweit arbeiten
sehr viele von Entwickler bei Google daran, die Kommunikation
zwischen Mensch und Maschine zu verbessern.

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