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Greenpeace-Aktion gegen Urwaldzerstörung in Indonesien

In Allgemein on Oktober 29, 2007 at 12:53 pm

Kuala Cenaku – Seit heute versuchen sechzig Greenpeace-Aktivisten, unter ihnen Jurrien Westerhof aus Wien, die Zerstörung des indonesischen Urwaldes auf Sumatra aufzuhalten. Mit dem Bau eines Dammes stoppen sie gerade die illegale Entwässerung des Waldes für Palmöl-Plantagen in der Provinz Riau. Palmöl-Firmen brechen dort indonesische Forstgesetze, indem sie Torfwälder trockenlegen, brandroden und schließlich für den Anbau von Palmöl nutzen.
Indonesien setzt durch die Urwald-Zerstörung jedes Jahr 2,6 Milliarden Tonnen Kohlendioxid frei: mehr als die Emissionen von Deutschland, Frankreich und Großbritannien zusammen. Greenpeace hat Anfang Oktober eine Urwaldschutz-Station auf Sumatra errichtet, um von dort aus gegen die Zerstörung der indonesischen Urwälder aktiv zu werden.
Schneller als jedes andere Land verliert Indonesien derzeit seine Waldflächen: Rund 51 Quadratkilometer Wald werden jeden Tag zerstört, das sind mehr als 300 Fußballfelder pro Stunde. Torfwälder in Indonesien speichern mehr Kohlenstoff als andere Land-Ökosysteme. Die feuchten Torfschichten sind bis zu zehn Meter tief und bis zu 10.000 Jahre alt. Zur landwirtschaftlichen Nutzung der Torfwälder lassen Palmöl-Firmen zunächst Kanäle durch den Wald ziehen, um die Moore zu entwässern und wertvolles Holz einzuschlagen. Ist der Boden erst entwässert, trocknet der Torf und setzt – mit oder ohne Brandrodung – Unmengen an CO2 frei.
Der so gerodete Wald kann sich auch nicht mehr erholen. Wissenschafter gehen davon aus, dass im Jahr 2010 – bei weiterhin ungebremster Entwaldung – kein Urwald mehr auf Sumatra existieren wird.
Durch die fortschreitende Waldzerstörung ist Indonesien nach China und den USA der weltweit drittgrößte Erzeuger von Treibhausgasen. Etwa ein Fünftel der globalen Treibhausgas-Emissionen stammt aus der Zerstörung Klima stabilisierender Wälder. Deshalb fordert Greenpeace die im Dezember auf Bali versammelten Regierungen auf, innerhalb eines verbindlichen Kyoto-Nachfolgeabkommens den Urwald weltweit unter Schutz zu stellen und entsprechende Finanzierungs-Instrumente dafür zu entwickeln.

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