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Greenpeace gegen Urwaldzerstörung in Indonesien

In osterreich on November 2, 2007 at 12:53 pm

Palmöl-Anbau zerstört Lebensräume und heizt das Klima weiter auf

Sechzig Greenpeace-Aktivisten versuchen die Zerstörung des indonesischen Urwaldes auf Sumatra aufzuhalten. Mit dem Bau eines Dammes stoppen sie gerade die illegale Entwässerung des Waldes für Palmöl-Plantagen in der Provinz Riau. Palmöl-Firmen brechen dort indonesische Forstgesetze, indem sie Torfwälder trockenlegen, brandroden und schließlich für den Anbau von Palmöl nutzen.

Indonesien setzt durch die Urwald-Zerstörung jedes Jahr 2,6 Milliarden Tonnen Kohlendioxid frei: mehr als die Emissionen von Deutschland, Frankreich und Großbritannien zusammen. Greenpeace hat Anfang Oktober eine Urwaldschutz-Station auf Sumatra errichtet, um von dort aus gegen die Zerstörung der indonesischen Urwälder aktiv zu werden.

„Palmöl-Plantagen in indonesischen Torfgebieten sind globale Klimakiller. Wenn Indonesien als Gastgeber für die nächste UN-Klimakonferenz ernst genommen werden will, muss ein Moratorium für Einschläge in Moorwäldern verhängt und Greenpeace geholfen werden, die Waldzerstörung rasch und effektiv zu bekämpfen. Denn der indonesische Urwald ist auch als CO2-Speicher zu schützen“, so ein Greenpeace Sprecher.

Schneller als jedes andere Land verliert Indonesien derzeit seine Waldflächen: Rund 51 Quadratkilometer Wald werden jeden Tag zerstört, das sind mehr als 300 Fußballfelder pro Stunde. Torfwälder in Indonesien speichern mehr Kohlenstoff als andere Land-Ökosysteme. Die feuchten Torfschichten sind bis zu zehn Meter tief und bis zu 10.000 Jahre alt. Zur landwirtschaftlichen Nutzung der Torfwälder lassen Palmöl-Firmen zunächst Kanäle durch den Wald ziehen, um die Moore zu entwässern und wertvolles Holz einzuschlagen. Ist der Boden erst entwässert, trocknet der Torf und setzt – mit oder ohne Brandrodung – Unmengen an CO2 frei.

Der so gerodete Wald kann sich auch nicht mehr erholen. Wissenschafter gehen davon aus, dass im Jahr 2010 – bei weiterhin ungebremster Entwaldung – kein Urwald mehr auf Sumatra existieren wird. „Das Leben in den Urwäldern Indonesiens wird auch für den österreichischen Palmöl-Bedarf vernichtet“, betont der österreichische Greenpeace aktivist Westerhof. „Für Palmöl in Lebensmitteln, Kosmetik und Kraftwerken wird das Klima aufgeheizt, werden Menschen vertrieben und Lebensräume zerstört.“

Durch die fortschreitende Waldzerstörung ist Indonesien nach China und den USA der weltweit drittgrößte Erzeuger von Treibhausgasen. Etwa ein Fünftel der globalen Treibhausgas-Emissionen stammt aus der Zerstörung Klima stabilisierender Wälder. Deshalb fordert Greenpeace die im Dezember auf Bali versammelten Regierungen auf, innerhalb eines verbindlichen Kyoto-Nachfolgeabkommens den Urwald weltweit unter Schutz zu stellen und entsprechende Finanzierungs-Instrumente dafür zu entwickeln.

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