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Navigationsmarkt: "200 Anbieter sind zuviel"

In osterreich on November 26, 2007 at 12:18 pm

TomTom sieht in GPS-Handys keine Bedrohung für das Kerngeschäft

TomTom sieht noch ein Gesamtmarkpotenzial von 50 Mio. Fahrzeugen in Europa (Foto: TomTom)

"Der Markt für Navigationsgeräte im KFZ-Bereich ist noch lange nicht gesättigt", sagt Stefan Kühn, Vice President Sales Central and Eastern Europe bei TomTom. Trotz der guten Aussichten und lukrativer Prognosen wird es dennoch langsam eng am Navigationsmarkt. Denn derzeit gibt es weltweit etwa 200 Anbieter, die PNDs vertreiben. "200 Anbieter sind jedenfalls zuviel für den Markt", so Kühn gegenüber pressetext, der damit rechnet, dass es bald zur Konsolidierung kommen wird.

TomTom versucht indes sich vor allem durch Zusatzfunktionen von Mitbewerbern abzuheben. "Dabei konzentrieren wir uns auf Technologie, die mit Verkehrsnavigation zusammenhängt und diese verbessert", sagt Kühn. Weniger wichtig, aber dennoch im Programm, sind Features wie Kamera oder MP3-Player in den Navigationsgeräten. Die beiden größten Hersteller – TomTom und Garmin – sind die einzigen, die ihre Produkte völlig selbstständig entwickeln.

Um die aktuelle Marktposition zu festigen greift TomTom derzeit nach Kartenhersteller Tele Atlas http://www.teleatlas.com . Nach dem Rückzug von Garmin im Bieterstreit sind nun die Tele-Atlas-Aktionäre am Zug und müssen im Dezember entscheiden, ob sie das Angebot von rund 30 Euro pro Aktie annehmen wollen. Insgesamt will TomTom 2,9 Mrd. Euro für die Übernahme locker machen.

Neben den Konkurrenten Garmin, Becker, Medion oder Miro, die selbst Navigationsgeräte produzieren, betreten aber auch Unternehmen, die aus einer anderen Branchenecke kommen, die Navi-Bühne. So engagiert sich Handyhersteller Nokia derzeit verstärkt im Navigationsbereich und hat sich kürzlich den Tele-Atlas-Konkurrenten Navteq einverleibt. Marktforscher prophezeien GPS-Handys eine große Zukunft. Insgesamt sollen laut iSupply 2011 weltweit rund 444 Mio. GPS-Handys über die Ladentische gehen. Eine Bedrohung für das PND-Geschäft sieht Kühn dabei jedoch nicht: "Hier wird ein zweiter Markt aufgemacht, der sich vor allem an Reisende richtet, die sich zu Fuß in einer fremden Stadt zurechtfinden wollen. Diese Kundengruppe will kein weiteres Gerät mit sich herumtragen. Hier ist ein GPS-Handy sicherlich die richtige Wahl." Gegen den Einsatz im Auto spreche jedoch das kleine Display sowie die mangelnde Benutzerfreundlichkeit dieser Systeme, meint Kühne. In jedem Fall will TomTom aber auch in diesem Segment weiterhin mitmischen. "Die Softwareschiene ist nach wie vor ein wichtiger Geschäftsbereich, den wir weiterhin pflegen", sagt Kühne und verweist auf die Navigator-Software für PDAs und Smartphones.

Der Navigationsspezialist wird im laufenden Jahr 2007 nach vorläufigen Zahlen einen Umsatz von 1,6 bis 1,8 Mrd. Euro einfahren. Im Dezember des Vorjahres lag der Umsatz bei 1,36 Mrd. Euro. "Wir rechnen mit einem weiteren Wachstum von rund 30 Prozent", so Kühn. Derzeit ist in Europa etwa ein Viertel aller KFZ mit einer fest installierten oder portablen Navigationslösung ausgestattet. "Ein realistisches Ziel ist die Verdopplung dieses Wertes", meint Kühn. Damit gibt es noch ein Potenzial von rund 50 Mio. Fahrzeugen.

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