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Alpenverein will Zahl der Lawinentoten halbieren – BILD

In osterreich on Dezember 21, 2007 at 12:05 pm

Neue Ausbildungsoffensive für mehr Sicherheit bei Skitouren
Durchschnittlich 26 Lawinentote pro Jahr in Österreich, der größte Anteil davon in Tirol – gegen diese traurige Bilanz kämpft der Alpenverein mit der neuen Ausbildungsinitiative SicherAmBerg. Sie setzt gleichermaßen auf Risikovorsorge und Notfallmanagement. 

Skitouren, Varianten-Skilauf und -Snowboard, unterwegs mit Schneeschuhen – nach wie vor steigt jährlich die Zahl jener, die ihr Bergabenteuer in der winterlichen Natur suchen; abseits des gesicherten Skiraums. Allein die Zahl der Tourengeher wird vom Alpenverein heute auf ca. 600.000 geschätzt . Angesichts der positiven Auswirkungen auf Gesundheit und Lebensstil ist dies ein erfreulicher Trend – wäre da nicht die Lawinen-Opferbilanz
Tourengeher und Variantenfahrer am häufigsten betroffen
"Das typische Lawinenopfer ist heute der Erholung suchende Hobbysportler" sagt Michael Larcher, Bergführer und Lawinenexperte im Alpenverein. Nur in extremen Ausnahmefällen sind Menschen auf Straßen, in Siedlungen oder auf Skipisten betroffen. Hier haben Schutzbauten, Gefahrenzonenpläne und das Netzwerk der Lawinenkommissionen einen fast perfekten Schutz vor Lawinen hergestellt.

Dieser hohe Sicherheitsstandard ist im Sportbereich nicht zu schaffen, dennoch sind die Experten im Alpenverein überzeugt, dass die Zahl der Lawinentoten in Österreich deutlich gesenkt werden kann. "Die immer wiederkehrenden Muster bei Lawinenunfällen, die hohe Qualität des Lawinenlageberichtes und die neuen Entscheidungshilfen für Praktiker lassen es realistisch erscheinen, dass wir die Zahl der Toten halbieren können", sagt Larcher.
Lernen für die eigene Sicherheit
Mit der Ausbildungsinitiative SicherAmBerg unternimmt der Alpenverein nun eine neue Anstrengung um jenen, die sich im freien Skiraum bewegen, auch die notwendige Kompetenz zu vermitteln und ein angemessenes Gefahrenbewusstsein zu fördern. Im Rahmen von SicherAmBerg wurden zwei Ausbildungsmodule entwickelt:-

Der Kurs "Stop or Go"" vermittelt die Grundlagen, um eigenverantwortlich im freien Skiraum unterwegs zu sein. Die Teilnehmer lernen, die Informationen des Lawinenlageberichtes zu interpretieren und auf dieser Basis zu entscheiden. Die vom Schweizer Lawinenpapst Werner Munter entwickelte "Reduktionsmethode" wird dabei in einer sehr einfachen Form vermittelt.-

"Notfall Lawine", das zweite Kursangebot, vermittelt effizienten Umgang mit der Notfallausrüstung: LVS-Gerät, Schaufel, Sonde und Lawinen-Airbag – und die richtige Vorgehensweise am Lawinenkegel inklusive Alarmierung. "Da ein Lawinenunfall immer ein extremes Schockereignis ist, sind dem Chaos Tür und Tor geöffnet", sagt Larcher. Das Vorgehen nach einem klaren Einsatzschema ist daher enorm wichtig. Alle Teilnehmer sollen nach dem Praxisteil in der Lage sein, einen Verschütteten rasch zu orten und zu bergen.

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