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Rückblick 07: Social Networking und der Streit ums Urheberrecht

In osterreich on Januar 2, 2008 at 11:07 am

Internetzensur und virtuelle Welten prägen mediale Diskussion

Social Networking erlebte 2007 einen wahren Boom (Foto: fotodienst.at)

Der Einfluss des Internets auf die Medienwelt hat sich in diesem Jahr weiter verstärkt. So kommen auch die klassischen Branchenvertreter Fernsehen, Print und Radio nicht mehr umhin, sich umfassend mit Online-Konzepten zu beschäftigen. Medienkonvergenz war 2007 ein vielgebrauchtes Wort und die Bedeutung von Internet-Plattformen erreichte wiederum neue Dimensionen. Social Networking, Internet-Videoportale und virtuelle Welten wurden zu Leitthemen des vergangenen Medienjahres und endeten nicht selten in heftigen Diskussionen um Urheberrecht und Markenpiraterie. Traurige Rekorde schrieben einmal mehr Zensurmaßnahmen rund um den Erdball, wobei auch hier insbesondere das Internet betroffen war.

Obwohl der Begriff Web 2.0 inzwischen abgegriffen erscheint, musste er doch auch in diesem Jahr als Überbegriff für Online-Netzwerke, Mitmach-Portale und webbasierte Unternehmensauftritte jeglicher Art herhalten. Social Networking erlebte einen wahren Höhenflug und die ganz großen US-Plattformen wie MySpace und Facebook verlagerten ihren Wettkampf zunehmend auf lokalisierte Ebene und verschiedene Sprachräume.

Neben den Online-Netzwerken lösten virtuelle Welten – allen voran Second Life – einen wahren Medienhype aus, der dann schnell auch als Hauptcharakteristikum für das Paralleluniversum im Netz galt.

Das Urheberrecht war 2007 aber auch der Brennpunkt in der Musik- und Videobranche. Nach wie vor kämpft die Musikindustrie gegen Copyright-Verletzungen im Internet, zieht gegen Filesharer vor Gericht und zeigt sich uneins beim Thema Kopierschutz (DRM). Während sich Konzerne wie Apple und Universal Music mittlerweile vom Digital Rights Management verabschiedet haben, halten andere weiterhin an ihrem traditionellen Denkmuster fest und zeigen wenig Bemühungen, sich mit Downloads und dem digitalen Zeitalter anzufreunden. Die Kopierschutzdebatte weitete sich in diesem Jahr auch auf die Filmszene aus, in der Inhalte ebenfalls häufig mittels DRM vor Piraterie geschützt werden. Vor allem Online-Portale wie YouTube haben Anlass zur Diskussion gegeben, weil dort immer wieder urheberrechtlich geschützte Videos aufgetaucht sind. Im Frühling mussten sich die Plattformbetreiber deswegen auch in Deutschland vor Gericht stellen.

Traurige Rekorde sowohl in den klassischen wie neuen Medien gab es auch in diesem Jahr wieder aufgrund von weltweit verbreiteter Zensur sowie der Verfolgung und Ermordung von Journalisten. Bleibt zu hoffen, dass sich die Situation 2008 nicht weiter verschlechtert und die negativen Rekorde aus diesem Jahr nicht neuerlich gebrochen werden.

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